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Lexikon Investmentfonds - Seite 36

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Total Return Fonds

Total Return Fonds haben zum Ziel, in einem definierten Zeitraum unabhängig von der Marktsituation eine positive Mindestrendite (Total Return) bei möglichst geringer Schwankung (Volatilität) zu erzielen. Sprich, Verluste sollen vollständig vermieden werden.

Der Begriff ist nicht eindeutig. Teilweise wird er synonym zu Absolute Return Fonds verwendet. Je nach Anbieter werden Total Return Fonds offensiver oder defensiver definiert.

Die Fondsmanager streben ein asymmetrisches Rendite-Risiko Profil an. Durch den Einsatz von Derivaten sollen Anleger auch von fallenden Kursen profitieren. Sie sollen somit sicherer sein als gängige Fonds. Die Sicherheit klingt verlockend, aber dafür bezahlen Anleger normalerweise auch. Denn die Erträge sind nicht besonders hoch. Um etwa 1,6 Prozent pro Jahr sind Anteile von Total Return Fonds in den vergangenen Jahren gestiegen (Stand: 29.10.2017).

Strategien von Total Return Fonds

Um Erträge zu generieren, bedienen sich diese Fonds unter anderem Anlagestrategien, die früher ausschließlich Hedgefonds vorbehalten waren. Beispielsweise werden Long/Short-Strategien angewandt: Dabei kauft das Fondsmanagement Vermögensgegenstände, deren Preis steigen soll. Zudem gibt es Leerverkäufe von Vermögensgegenständen, deren Preise fallen sollen. Bei Leerverkäufen verkauft der Verkäufer einen Vermögenswert, den er zum Verkaufszeitpunkt gar nicht besitzt. Dabei entsteht eine künftige Lieferverpflichtung des Verkäufers zu einem künftigen Vermögenswert. Die Strategien sind häufig komplex und für Anleger schwer nachvollziehbar. Außerdem sind sie sehr unterschiedlich. Viele Fonds setzen auf eine Mischung aus Anleihen und Aktien. Andere konzentrieren sich allein auf Anleihen und wieder andere allein auf Aktien.

Alternative Fonds

Total Return Fonds gehören zur Klasse der alternativen Fonds. Dazu gehören alle Fonds, die nicht nur in klassische Werte wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien investieren. Da es vielen Managern nicht gelang, nur Gewinne zu erwirtschaften, ist dieser Begriff heute nicht mehr so stark verbreitet. Daher spricht man meist allgemeiner von alternativen Fonds.

Vor Verlusten bei einem Crash an den Aktienmärkten sind aber auch Total Return Fonds nicht gefeit. Daher sollte der Anlagehorizont mindestens drei Jahre betragen, um zwischenzeitliche Verluste möglichst wieder ausgleichen zu können.

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Fondsrating

Ein Fondsrating oder auch Rating bezeichnet eine Bewertung von Fonds, die zu einer einzelnen Kennzahl verdichtet wird. Oft werden beispielsweise Sterne oder Buchstaben für das Rating verwendet. Im Zuge des Ratings werden Investmentfonds anhand qualitativer und quantitativer Faktoren überprüft. Das Rating ist als eine Gesamtnote zu verstehen, die sowohl vergange Kursentwicklungen als auch künftige Potenziale berücksichtigt.

Im Unterschied zu einem Fondsrating ist ein Ranking rein vergangenheitsorientiert: Ein Fondsranking stellt die Rangordnung der Kursgewinne dar, die Fonds in der Vergangenheit erzielt haben. Ein Ranking erfolgt rein quantitativ anhand relevanter Erfolgskennzahlen wie beispielsweise der Wertsteigerung in einem definierten Zeitraum in der Vergangenheit. Somit ist und bleibt ein Ranking ein „Blick in den Rückspiegel“, der gute Anhaltspunkte liefern, aber künftige Entwicklungen nicht prognostizieren kann.

Anleger müssen genau hinschauen, denn teilweise verwenden Anbieter die Begriffe Rating und Ranking synonym. Zudem halten sich die Anbieter teilweise bedeckt, was die genauen Bestandteile und Gewichtungen angeht.

Fondsrating: Prognosefähigkeit

Wie kann man die Aussagekraft von Fondsratings beurteilen? Für den Anleger ist es von besonderem Interesse, inwiefern das Rating die künftige Performance des Investmentfonds prognostizieren kann.

Ein Kriterium ist die sogenannte Bewertungsstabilität. Sie sagt aus, inwiefern das Rating im Zeitverlauf konstant bleibt. Ein sehr gut gerateter Fonds sollte auch künftig sehr gute Ergebnisse erzielen. Ein zweites Kriterium ist das relative Abschneiden eines Fonds im Vergleich zu anderen Fonds des selben Typus. Man spricht dabei von der Peer-Group. So sollte ein gut bewerteter Fonds besser abschneiden als schlecht bewerteter Fonds.

Hier ist der Anleger gefragt, sich selbst ein genaues Bild zu machen. Generell sollten Fondsratings nicht als alleiniges Kriterium zur Fondsauswahl verwendet werden. Einen ersten Anhaltspunkt können sie sicherlich gewähren.

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Depot (Investmentdepot)

Ein Investmentdepot oder auch einfach Depot genannt ist ein Konto, über das Investmentfonds gehandelt und gehalten werden können. Möchte ein Anleger beispielsweise in Investmentfonds investieren, so muss er zunächst bei seiner Hausbank oder bei einer Online-Depotbank („Online-Broker“) ein Depot eröffnen. Erst dann kann er Fonds kaufen, verkaufen und halten.

Ein Depot eröffnen – bei der Bank oder online?

Ein Anleger muss sich entscheiden, ob er sein Investmentdepot persönlich bei einer Bank oder über das Internet bei einem Online-Broker eröffnen möchte. Generell sind die Depotführungsgebühren bei Filialbanken deutlich höher, dafür wird der Anleger professionell beraten. Im Jahr 2010 hat der Gesetzgeber ein Beratungsprotokoll vorgeschrieben, welches im Zweifelsfall rechtliche Sicherheit bietet. Dagegen entfällt bei einem Online-Broker die persönliche Beratung. Somit ist der Anleger vollständig selbst für seine Geldanlage verantwortlich.

Depotführung als Gemeinschaftskonto

Bei Verheirateten besteht die Möglichkeit, ein Depotkonto als Gemeinschaftskonto zu führen. Man unterscheidet zwischen einem Und-Konto und einem Oder-Konto. In ersterem Falle können die beiden Kontoinhaber Transaktionen nur gemeinsam durchführen. Daher werden Gemeinschaftskonten in der Regel als Oder-Konten geführt, die es beiden Inhabern erlauben, alleine zuzugreifen.

Voraussetzungen und Auskunft des Anlegers

Bei der Erföffnung des Investmentdepots wird eine freiwillige Selbstauskunft verlangt, um die bisherigen Erfahrungen des Anlegers im Wertpapierhandel und seine Anlageziele zu erfassen. In Folge wird der Anleger einer Risikoklasse zugeordnet. Bei Verweigerung der Selbstauskunft ist es möglich, dass dem Anleger riskante Geschäfte versagt werden.

Bei Termingeschäften wie beispielsweise dem Handel mit Optionen muss der Anleger zudem eine Termingeschäftsfähigkeit nachweisen. Diese ist gegeben, wenn er Vollkaufmann ist oder wenn er beruflich Börsen- oder Bankgeschäfte tätigt.

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Fondsgesellschaft (Investment­gesellschaft)

Eine Fondsgesellschaft (auch Investment­gesellschaft oder Kapital­verwaltungs­gesellschaft) ist eine Unternehmung, die einen Investmentfonds auflegt und verwaltet. Das Fondsmanagement sammelt liquide Mittel bei Anlegern ein und investiert das Kapital nach genau definierten Anlagekriterien in Vermögenswerte wie Wertpapiere oder Immobilien. Im Gegenzug erhalten die Anleger Fondsanteile, die ihrer Anlagesumme entsprechen. Die Leistung eines Fonds wird meist an einer Benchmark gemessen, einem Bezugswert wie einem Aktienindex oder einer Zielrendite.

Nach deutschem Recht sind Fondsgesellschaften dazu verpflichtet, das Kapital der Anleger bei einer Depotbank in einem Sondervermögen zu halten. Damit ist das Fondsvermögen im Falle einer Insolvenz vor Gläubigern geschützt.

Warum existiert eine Fondsgesellschaft?

Privatanleger, die sich noch nicht so sehr mit dem Thema befasst und wenig Zeit haben, können ihr Kapital von Fondsmanagern professionell verwalten lassen. Besonders in unserer heutigen schnelllebigen Zeit erfordert die Anlage an sehr volatilen (stark schwankenden) Kapitalmärkten tiefgehendes Fachwissen.

Sehr vermögende Privatanleger nutzen professionelle Vermögensverwalter schon seit vielen Generationen. Über Investmentfonds kommen auch normal vermögende Anleger in den Genuss einer professionellen Kapitalanlage, die den Grundsätzen der Risikostreuung (Diversifikation) folgt. Ferner sind Fondsgesellschaften in der Lage, auch große Investments zu stemmen. Somit erhalten Anleger indirekt Zugang zu Märkten, die ihnen andernfalls verschlossen bleiben würden.

Rechtliche Lage und Anlegerschutz

In Deutschland unterliegen Kapital­verwaltungs­gesellschaften der Bundesanstalt für Finanz­dienstleistungs­aufsicht. Ferner gelten das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) sowie weitere Gesetze zum Schutz der Anleger.

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