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Lexikon Investmentfonds - Seite 32

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Kapitalmarkt

Der Kapitalmarkt ist der Ort, an dem Angebot und Nachfrage nach mittel- bis langfristigem Kapital aufeinandertreffen und damit ein Teil des Finanzmarktes. Dabei stellen die Börsen den organisierten Kapitalmarkt dar, welcher wiederum in den Rentenmarkt und den Aktienmarkt zu unterteilen ist. Von Kapitalmärkten abzugrenzen sind der Geldmarkt und der Kreditmarkt. Ferner existieren neben dem organisierten Kapitalmarkt („weiß“) auch graue und schwarze Kapitalmärkte, welche nicht unter staatlicher Aufsicht stehen (grau) oder gar ungenehmigte Geschäfte abwickeln (schwarz).

Handel am Kapitalmarkt

Am organisierten Kapitalmarkt bieten private Anleger und institutionelle Investoren Kapital an. Diese Anbieter von Kapital nennt man schlicht Kapitalgeber. Auf der anderen Seite fragen Kapitalnehmer, Staaten und Unternehmen, Kapital nach. Im Gegenzug bieten sie Eigenkapital (Aktien) oder Fremdkapital (Anleihen) oder Mischungen aus Eigen- und Fremdkapital an. Eine Aktie ist eine Unternehmensbeteiligung, wohingegen eine Anleihe eine Schuldverschreibung darstellt.

Zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern stehen Banken und sogenannte Intermediäre (lateinisch „dazwischenliegend“: Vermittler) wie Fondsgesellschaften. Eine Fondsgesellschaft vermittelt das Kapital von Privatanlegern und Anbietern von Vermögenswerten (beispielsweise Aktiengesellschaften, deren Aktien an der Börse angeboten werden).

Abgrenzung zum Geldmarkt

Die Abgrenzung erfolgt nach der Fristigkeit des gehandelten Kapitals: Ein grober Richtwert liegt bei einem Jahr. Kapital mit kürzerer Fristigkeit wird am Geldmarkt gehandelt, längere Fristigkeiten an den Kapitalmärkten.

Abgrenzung zum Kreditmarkt

Weiterhin ist der Kreditmarkt ein Teil des Finanzmarktes. Am Kreditmarkt werden Kredite gehandelt, die nicht dem Geldmarkt zuzuordnen sind. Doch die Verwendung des Begriffes Kreditmarkt ist nicht immer einheitlich: Denn teilweise liegt eine Verwendung als Oberbegriff vor, welche Kapital- und Geldmarkt einschließt. Andere Standpunkte sehen den Kreditmarkt als Bestandteil des Kapitalmarktes.

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Anteilswert

Der Anteilswert eines Investmentfonds bezeichnet den Wert eines Fondsanteils. Für jede Position im Investmentfonds (z. B. Aktien, Anleihen, Immobilien, etc.) wird der jeweilige Mittelkurs herangezogen und aufsummiert. Von dieser Summe werden alle Verbindlichkeiten abgezogen und man erhält das gesamte Fondsvermögen. Das Fondsvermögen wird durch die Anzahl der ausgegebenen Anteile geteilt. Als Ergebnis erhält man den Nettoinventarwert (Net Asset Value) eines Anteils. Die Berechung des Nettoinventarwerts erfolgt börsentäglich.

Der Wert eines Fondsanteils ist gleich dem Rücknahmepreis, zu dem Anleger Fondsanteile an die Kapitalverwaltungsgesellschaft zurückgeben können. Kapitalanlagegesellschaften sind dabei nach deutschem Recht verpflichtet, die ausgegebenen Fondsanteile zurückzunehmen. In manchen Fällen wird eine Rücknahmegebühr fällig. Diese muss im Fondsprospekt vermerkt sein.

Berechnung des Anteilspreises mit Hilfe des Anteilswertes

Der Preis eines Fondsanteils berechnet sich, indem man zum Anteilswert des Fonds den Ausgabeaufschlag hinzuzählt. Beträgt der Anteilswert eines Fonds zum Beispiel 50,00 € und der Ausgabeaufschlag 3,5 %, so ergibt sich folgende Rechnung für den Anteilspreis: 50,00 € + 0,035 × 50,00 € = 51,75 €.

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Emerging-Markets-Fonds

Emerging-Markets-Fonds sind Investmentfonds, die in Schwellenländer (Emerging Markets) investieren. Diese zeichnen sich durch hohe Wachstumsraten und durch hohes Wachstumspotenzial aus. Dem gegenüber stehen höhere Risiken wie beispielsweise politische Risiken und geringere wirtschaftliche Stabilität.

BRICs, MINTs und co:

In den Medien werden eine Reihe von Abkürzungen verwendet, die die Schwerpunkte entsprechender Emerging-Markets-Fonds griffig beschreiben, wie beispielsweise die Folgenden:

  • BRIC: Im Jahr 2003 veröffentlichte Jim O’Neill, ehemaliger Chefvolkswirt bei Goldman Sachs eine Studie mit dem Titel „Dreaming with the BRICs“. Es ging um das Wachstumspotenzial der großen und politisch bedeutsamen Länder Brasilien, Russland, Indien und China. Der Autor prognostizierte, dass die BRIC-Staaten bis zum Jahr 2050 die wichtigsten Industrieländer (Die USA, Deutschland, Großbritannien, …) in puncto Wirtschaftskraft überholen könnten.
  • MINT schließt die Länder Mexiko, Indonesien, Nigeria und die Türkei mit ein. Dieser Begriff wurde ebenfalls von O’Neill 2011 als Alternative zu den BRICs ins Leben gerufen. Diese Länder haben gemein, dass die jeweilige Bevölkerung durchschnittlich sehr jung ist. Zudem liegen sie in geographisch attraktiven Lagen und produzieren Verbrauchsgüter für den Weltmarkt.
  • CIVETS – Kolumbien, Indonesien, Vietnam, Ägypten, die Türkei und Südafrika: Der Begriff CIVETS wurde von Michael Geoghegan 2010 populär gemacht, den damaligen Geschäftsführer der britischen Bank HSBC. Der englische Begriff  „civets“ bezeichnet eine Art der Schleichkatzen und soll auf die zwar schleichende, aber dennoch vielversprechende Entwicklung dieser Länder hinweisen.
  • N-11: Die Next Eleven sind Bangladesch, Ägypten, Indonesien, Iran, Korea, Mexiko, Nigeria, Pakistan, die Philippinen, die Türkei und Vietnam. Laut einer Studie von Goldman Sachs von 2007 können diese Staaten in den nächsten Jahrzehnten wirtschaftlich mit den G7-Staaten konkurrieren.

Emerging-Markets-Fonds können eine Alternative für Anleger sein, die etwas mehr Risiko wagen. Die Schwellenländer versprechen Potenzial, da sie danach streben, den Lebensstandard der westlichen Industrieländer zu erreichen.

Chancen und Risiken von Emerging-Markets-Fonds

Chancen ergeben sich durch die meist junge Bevölkerung und steigenden Konsum, der ein relativ starkes Wirtschaftswachstum ermöglicht. Der Aufholbedarf der Schwellenländer in der öffentlichen Infrastruktur bietet großes Investitionspotenzial. Zudem sind die Schwellenländer im Durchschnitt geringer verschuldet als die westlichen Industrieländer.

Auf der anderen Seite ist ein Investment in Schwellenländern mit Emerging-Markets-Fonds auch riskant. Beispielsweise sind viele Schwellenländer von den Exporten meist weniger Güter abhängig. Wenn jedoch der Weltmarktpreis für das Hauptexportgut eines Schwellenlandes leidet, kann dies das Wirtschaftswachstum stark bremsen.

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Depotbankvergütung

Depotbanken erheben für Investmentfonds eine Depotbankvergütung für die Bereitstellung, Verwahrung und Verwaltung des Sondervermögens. Die Depotbankvergütung ist in Promille des Sondervermögens angegeben und aus diesem bedient. Damit geht die Vergütung der Depotbank zu Lasten des Fondsvermögens.

Von der Depotbankvergütung abzugrenzen ist das Depotführungsentgelt. Das Depotführungsentgelt fällt für das Investmentdepot eines Privatanlegers an und wird von der depotführenden Bank, wie beispielsweise der ebase erhoben.

Abgrenzung zur Verwaltungsvergütung

Ebenfalls ist die Verwaltungsvergütung von der Depotbankvergütung abzugrenzen. Die Verwaltungsvergütung dient dazu, das professionelle Fondsmanagement zu vergüten, wohingegen die Vergütung der Depotbank diese für das Halten des Sondervermögens entschädigt.

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