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Lexikon Investmentfonds - Seite 3

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Rücknahmegebühr von Fondsanteilen

Die Rücknahmegebühr von Fondsanteilen ist eine Gebühr, die Fondsgesellschaften bei Investmentfonds erheben können, wenn der Anleger Fondsanteile zurückgibt. Häufig wird sie auch als Rücknahmeabschlag oder Rücknahmeaufschlag bezeichnet, womit terminologisch der Pendant-Charakter zum Ausgabeaufschlag offensichtlich wird, den Fondsgesellschaften beim Kauf von Anteilen eines Investmentfonds verlangen. Man kann also gewissermaßen die Rücknahmegebühr von Fondsanteilen als einen „umgekehrten Ausgabeaufschlag“ verstehen.

Die Rücknahmegebühr im In- und Ausland

Im Jahre 2010 hat der deutsche Gesetzgeber die Möglichkeit eingeräumt, dass in der Bundesrepublik Fondsgesellschaften den Rücknahmeabschlag beim Verkauf von Fondsanteilen erheben und so ihre Transaktionskosten in Zusammenhang mit der Anteilsrückgabe an den Kunden weitergeben können. Einige Investmentfonds machen davon Gebrauch. Dennoch gilt die Rücknahmegebühr von Fondsanteilen hierzulande eher als marktunüblich. Anders sieht es bei ausländischen Fonds aus. Bei britischen Investmentfonds sind Rücknahmeaufschläge beim Anteilsverkauf durchaus keine Seltenheit.

Zeitliche Staffelung der Rücknahmegebühr von Fondsanteilen

Ob ein Rückgabeabschlag bei einem konkreten Investmentfonds anfällt, kann der Anleger den jeweiligen Produktinformationen entnehmen. Einige Fondsanbieter überlassen dem Anleger hierbei sogar die Wahl, entweder beim Kauf der Fondsanteile den Ausgabeaufschlag zu bezahlen oder beim Verkauf eine Rücknahmegebühr von Fondsanteilen zu akzeptieren. In diesem Fall sowie auch bei Investmentfonds ohne eine solche Wahlfreiheit ist die Rücknahmegebühr meist zeitlich gestaffelt. Das bedeutet, dass die Rücknahmegebühr umso geringer ausfällt, je länger ein Anleger die Fondsanteile im Depot gehalten hat.

Die Höhe der Rücknahmegebühr von Fondsanteilen

Die Höhe des Rücknahmeabschlags liegt je nach Investmentfonds und gegebenenfalls nach der zeitlichen Staffelung zwischen 0 und 5 Prozent. Wenn die Rücknahmegebühr zum Zeitpunkt des Anteilsverkaufs beispielsweise zwei Prozent beträgt und die Fondsanteile einen Anteilswert von 100 Euro besitzen, dann erhält der Anleger beim Verkauf nur 98 Euro ausgezahlt. Die Rücknahmegebühr in Höhe von zwei Euro ist somit die Differenz zwischen dem Anteilswert und dem Rücknahmepreis der Fondsanteile.

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Wertpapierkennnummer (WKN)

Die Wertpapierkennnummer (WKN) ist eine sechsstellige Ziffern-Buchstaben-Kombination, die jedes in Deutschland börsengehandelte Wertpapier besitzt. Früher bestand sie ausschließlich aus Zahlen. Seit 2003 sind auch alphanumerische Wertpapierkennummern zulässig, wobei die Buchstaben O und I nicht vorkommen dürfen, um einer Verwechslung mit den Ziffern Null und eins vorzubeugen.

Identifizierbarkeit von Wertpapieren

Eingeführt wurde die Wertpapierkennummer im Jahr 1955, damit Wertpapiere eindeutig zu identifizieren sind. Bis März 2000 erfolgte die Vergabe der WKN in Kategorien, so dass man an ihr erkennen konnte, um welche Art von Wertpapier es sich jeweils handelt. So waren alle Rentenpapiere mit einer WKN zwischen 100.000 und 499.999 gekennzeichnet, während Aktien, Aktienfonds und weitere Wertpapiere eine WKN zwischen 500.000 und 999.999 bekamen. Da diese Aufteilung im April 2000 aufgegeben wurde, kann man diese Unterscheidung nur noch bei den älteren Wertpapieren ablesen.

Wertpapierkennnummer für Investmentfonds

Auch bei Investmentfonds können Wertpapierkennnummern der Identifikation und der vereinfachten Auffindbarkeit dienen. Denn mithilfe der WKN können Anleger einen konkreten Investmentfonds finden und erwerben. Durch die eindeutige Zuordnung der WKN wird zudem die Verwechslungsgefahr eingedämmt, welche bei einer Recherche mit Unternehmensnamen besteht und dann eventuell versehentlich zu einer Investition in das „falsche“ Wertpapier führen kann.

Allerdings ist bei einem Investmentfonds zu beachten, dass er durchaus mehrere Wertpapierkennnummern besitzen kann, wenn es zum Beispiel verschiedene Tranchen gibt. So sind etwa bei einem Investmentfonds mit einer ausschüttenden und einer thesaurierenden Tranche beide Tranchen mit jeweils einer eigenen WKN versehen. Damit dient die WKN auch an dieser Stelle dem Anleger, potentiell kostspielige Verwechslungen zu vermeiden.

Die deutsche WKN und die internationale ISIN

Am 22. April 2003 wurde zudem die international einheitliche International Securities Identification Number (ISIN) eingeführt. Somit hat jedes in Deutschland gehandelte Wertpapier sowohl eine deutsche Wertpapierkennnummer und eine ISIN, die beide Gültigkeit besitzen. Die ISIN besteht gemäß ISO 6166 aus einer zwölfstellige Zahlen-Buchstaben-Kombination, wobei die ersten beiden Zeichen immer das Herkunftsland anzeigen. Daher beginnt bei deutschen Wertpapieren die ISIN mit den Buchstaben DE für Deutschland. Und in den folgenden Zeichen ist meist die WKN enthalten. Beide Nummern werden durch die Wertpapier-Mitteilungen Keppler, Lehmann GmbH & Co. KG mit Sitz in Frankfurt am Main vergeben.

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Large Caps

Mit „Large Caps“ werden in der Börsensprache große Aktiengesellschaften bezeichnet. Das englische Wort „Cap“ bedeutet so viel wie „Kapitalisierung“ und verweist dabei auf die Größe einer Aktiengesellschaft an der Börse. Denn rechnerisch ergibt sich die Marktkapitalisierung eines börsengelisteten Unternehmens durch die Multiplikation der Anzahl ausgegebener Aktien mit ihrem aktuellen Kurswert. Neben dem Terminus „Large Caps“ für große Unternehmen gibt es auch die Bezeichnungen „Mid Caps“ für mittelgroße Unternehmen sowie „Small Caps“ für kleine Unternehmen. Und die Kleinstunternehmen nennen Börsianer „Micro Caps“.

Bedeutung für den jeweiligen Aktienindex in Deutschland, Europa und den USA

Weitere Synonyme für Large Caps im Börsenjargon sind „Bluechips“ und „Standardwerte“. Die größten Standardwerte aus Deutschland sind im Deutschen Aktienindex DAX gelistet, der die Wertentwicklung der 30 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes misst. In den USA sind an der New York Stock Exchange in der Wallstreet in gleicher Weise die 30 größten US-amerikanischen Large Caps im Dow-Jones-Index gelistet.

Als wichtigstes Börsenbarometer Europas gilt der EURO STOXX 50. Denn er besitzt für die Eurozone eine wichtige Bedeutung. In ihm sind die 50 größten europäischen börsennotierten Aktiengesellschaften im Euro-Währungsgebiet zusammengefasst. Klar abzugrenzen ist er vom STOXX Europe 50. Dieser beinhaltet auch zusätzlich Large Caps außerhalb der Eurozone.

Zu den wichtigsten Large Caps in Deutschland zählen beispielsweise Daimler, Deutsche Bank, Siemens, BMW, VW, Adidas und so weiter. In den USA gehören dazu Firmen wie etwa IBM, Microsoft, McDonalds oder Coca-Cola.

Large Caps Spezialisierung in Investmentfonds

Da namhafte Kapitalanlagegesellschaften für alle Größenklassen von Unternehmen entsprechende Themenfonds als Anlagemöglichkeit anbieten, gibt es auch eine Vielzahl an Investmentfonds, die sich auf Large Caps spezialisiert haben. Darunter finden sich zahlreiche international investierende Aktienfonds, welche überwiegend in weltweit tätige Großkonzerne mit hohem Bekanntheitsgrad und hoher Marktkapitalisierung investieren. Oftmals ist bei ihnen aber auch eine Beimischung von geringer kapitalisierten Werten in einem definierten Umfang möglich.

Vorteile von Large Caps

Im Hinblick auf eine Kapitalanlage liegt der Vorteil von Large Caps, Bluechips bzw. Standardwerten mit nicht selten hohen zweistelligen oder dreistelligen Milliarden-Euro-Werten auf der Hand. Dank ihrer Größe sind solche Unternehmen sehr widerstandsfähig – gerade auch in den turbulenten Marktphasen. Denn im Regelfall können sie Wirtschaftskrisen, längere Verlustperioden beziehungsweise Gewinneinbrüche besser verkraften als kleine Unternehmen ohne eine entsprechende Größe und Kapitalisierung. Salopp gesagt: Diese riesigen Flaggschiffe der nationalen und internationalen Wirtschaft sind einfach zu groß, um pleite zu gehen. Und selbst wenn eine Insolvenz drohen würde, ist die Wahrscheinlichkeit zudem sehr hoch, dass die jeweiligen Staaten eingreifen und als Rettungsanker fungieren würden.

Nachteile von Large Caps

Obschon die Größe eines Unternehmens all diese Vorteile begründet, kann sie aber auch zum Nachteil gereichen. Denn ein etablierter Börsengigant kann durchaus in die Jahre kommen. Nach etlichen Jahrzehnten des Wachstums und Fortschritts besteht nicht selten das Risiko einer schleichenden Erosion seiner wirtschaftlichen Stärke aus vergangenen Tagen. Dazu hat sich manchmal ein riesiger Verwaltungsapparat mit einer ausufernden Bürokratie und den entsprechend langen Entscheidungswegen aufgebaut. So vermag aus einem früheren Sprinter über die Zeit ein eher behäbiger Dauerläufer geworden sein. Dann schwindet in der Konsequenz häufig die Innovationskraft immer weiter, so dass es irgendwann größerer Restrukturierungs- und Konzernumbaumaßnahmen bedarf, um zur alten Stärke zurückzufinden.

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Sustainable and Responsible Investment (SRI)

Sustainable and Responsible Investment (SRI) übersetzt Nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Investieren beschreibt eine Anlageform, die nicht nur die reinen Finanzinformationen eines Unternehmens berücksichtigt. Vielmehr betrachten Investoren auch nichtfinanzielle Informationen mit gleicher oder sogar höherer Gewichtung. Diese Informationen betreffen also den Umgang der Unternehmen mit Umwelt, Mitarbeitern und Gemeinwesen. Aber auch die Qualität und Ausrichtung der Unternehmensführung spielt eine Rolle. Sustainable and Responsible Investments (SRI) berücksichtigen dabei oftmals die ESG-Kriterien – Environment Social Governance – bei der Auswahl der Assets. Es gibt zahlreiche Ausrichtungen in der Strenge der Anlagekonzepte von nachhaltigen Geldanlagen. Deshalb ist Sustainable and Responsible Investment (SRI) eher als Oberbegriff der Nachhaltigen Kapitalanlagen zu verstehen. Nachhaltige Investmentfonds sind eine Möglichkeit für private Anleger verantwortungsbewußt zu investieren.

Sustainable and Responsible Investment (SRI) am Beispiel des Investmentfonds

Institutionelle Investoren zählen also mit zu den stärksten Einflussgebern, die den weltweiten Prozess der nachhaltigen Entwicklung vorantreiben. Mittlerweile entdecken auch private Anleger die Attraktivität der Sustainable and Responsible Investments (SRI). Nachhaltige Fonds sind deshalb in zahlreichen Presseartikeln zu finden.

Es ist nicht einfach für das Asset Management darüber hinaus die Nachhaltigkeitskriterien in den Investitionsprozess eines Fonds zu integrieren. Die Berücksichtigung nichtfinanzieller Informationen in der Analyse zur Asset-Allocation stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. Zur Beurteilung unverzichtbar ist dabei ein fundiertes Wissen über die Messung der „Sustainability Performance“ in den Zielunternehmen eines Investmentfonds. Führende Datenanbieter sind unter anderem ISS-Oekom, MSCI, Sustainalytics, TruCost, ISS-Ethix, REPRISK. Das Fondsmanagement untersucht die Zielunternehmen je nach Anlagestrategie und Strenge zum Beispiel nach folgenden Kriterien:

  • Produkte – Tabak, Rüstung, Kohle, Atomenergie, Gentechnik,  usw.
  • UNO SDG – Nachhaltige Entwicklungsziele
  • Normen – Menschenrechte, Geschäftsethik usw.
  • ESG-Ratings – Best-in-Class: Vorreiter und Nachzügler
  • CO2 und Klima – Chancen und Risiken des Klimawandels
  • Grüne Bonds – Finanzierung nachhaltiger Projekte
  • Staaten – Fokus auf politische & zivile Freiheiten
  • und vieles mehr

SRI mit unterschiedlichen Ansätzen bei nachhaltigen Fonds:

  • SDG Ansatz
  • ESG Ansatz
  • Fonds mit Thema Nachhaltigkeit
  • Thema Zukunft- & Umweltorientierung
  • Anerkennung Global Compact
  • Negativkriterien
  • Positivkriterien
  • Best-in-class-Ansatz
  • Frei von Atomenergie, Gentechnik, Rüstung, Tierversuchen, etc.
  • Umweltorientiert und Erneuerbare Energien

Bei SRI steht die Gesetzgebung erst am Anfang

Das bedeutet, jeder Anleger in Sustainable and Responsible Investment (SRI) sollte sich informieren, welches Thema ihm besonders wichtig ist. Die zahlreichen Unterschiedlichen Ansätze verdeutlichen demzufolge, das Thema Nachhaltigkeit ist sehr komplex. Die Gesetzgebung steht am Anfang einer Reihe von Herausforderungen. Die EU ist dabei ein Klassifizierungssystem für nachhaltige Aktivitäten zu etablieren. Standards und Labels für grüne Finanzprodukte sind daher in der Vorbereitung. Die EU hat außerdem einen 10 Punkte Aktionsplan erstellt:

  • EU Klassifizierungssystem für nachhaltige Aktivitäten etablieren (Taxonomie)
  • Standards und Labels für grüne Finanzprodukte etablieren
  • Investments in nachhaltige Projekte fördern
  • Nachhaltigkeit in die Anlageberatung integrieren
  • Nachhaltige Benchmark etablieren in Kapitalmärkten verringern
  • Nachhaltigkeit besser in Rating und Research integrieren
  • Pflichten von institutionellen Anlegern und Asset Managern klarstellen
  • Nachhaltigkeit in die aufsichtsrechtliche Anforderungen integrieren
  • Nachhaltige Offenlegung und Regeln für Rechnungslegung stärken
  • Nachhaltige Corporate Governance stärken und kurzfristiges Handeln
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