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Lexikon Investmentfonds - Seite 19

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Rendite von Investmentfonds

Die Rendite ist der prozentuale Erfolg, die effektive Verzinsung einer Kapitalanlage oder eines Fonds in einem definierten Zeitraum. Meistens erfolgt eine jährliche Betrachtung. Die Berechnung erfolgt, indem die Differenz aus Ertrag und Aufwand gebildet wird und das Ergebnis durch den Aufwand geteilt wird.

Der Ertrag ist dabei der Gesamtwert der Anlage am Ende des Beobachtungszeitraumes; der Aufwand ist der Gesamtwert zu Beginn des Beobachtungszeitraumes. Dies sei in folgendem Beispiel verdeutlicht:

Angenommen, ein Anleger erwirbt Anteile eines Investmentfonds im Wert von 1.000 € am 01.01.2017. Der Kurs des Investmentfonds schwankt im Lauf des Jahres, doch am 31.12.2017 sind die Anteile im Depot des Anlegers 1.080 € wert. Der Anleger hat damit im Jahr 2017 eine effektive Verzinsung seiner Kapitalanlage von (1.080 – 1.000)/1.000 = 80/1.000 = 0.08 = 8 Prozent erzielt.

Wovon hängt die zu erwartende Rendite ab?

Generell besteht ein Zusammenhang zwischen erzielbarer Rendite und dem Risiko einer Geldanlage. Hohe Renditechancen gehen mit einem hohen Risiko einher und eine niedrige erwartete Rendite mit einem niedrigen Risiko. Anleger „erkaufen“ damit höhere erwartete Renditechancen mit zusätzlichem Risiko.

Das Capital Asset Pricing Model, ein nobelpreisgekröntes Kapialmarktmodell, fußt auf der Annahme, dass sich sämtliche Wertpapiere am Markt hinsichtlich erwarteter Rendite und Risiko klassifizieren lassen.

In der Realität spielen natürlich noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle. Einer der wichtigsten ist die Liquidität, die angibt, wie schnell ein Vermögenswert in Geld umgewandelt werden kann. Wenn ein Anleger damit rechnen muss, sein Kapital plötzlich abziehen zu müssen, macht die Anlage in Vermögenswerte mit geringer Liquidität wenig Sinn – auch wenn diese eine hohe Rendite versprechen mögen.

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Capital Asset Pricing Model (CAPM)

Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) ist ein Modell, welches die Funktion der Kapitalmärkte zu erklären sucht. Dieses Model wird zum Beispiel bei Produkten wie Investmentfonds oder Riesterfondssparplänen versucht umzusetzen. Mit dem CAPM lassen sich

  • die Preise riskanter Vermögenswerte bestimmen,
  • die zu erwartenden Renditen von Vermögenswerten bei gegebenem Risiko ermitteln und
  • die Kapitalkosten, d. h. die Refinanzierungskosten von Unternehmen kalkulieren.

Das Capital Asset Pricing Model erfasst sämtliche Wertpapiere und Investmentfonds anhand von zwei Größen: Zum einen der zu erwartenden Rendite und zum anderem dem Risiko. Das Risiko ist durch die Volatilität abgebildet und wird in einen systematischen (Marktrisiko) und einen unsystematischen (diversifizierbaren) Teil gesplittet. Damit handelt es sich bei dem Capital Asset Pricing Model um ein sogenanntes „Ein-Faktor-Modell“, da die erwartete Rendite mit einer einzigen Risikogröße erklärt wird.

Anlageentscheidung nach dem Capital Asset Pricing Model

Dreh- und Angelpunkt ist die Frage, wie ein risikoscheuer Anleger sein Kapital an den Finanzmärkten anlegt. Es wird angenommen, dass die Anlageentscheidung einzig von den zu erwartenden Renditen und den Risiken der Wertpapiere abhängig ist.

In diesem Zusammenhang baut das CAPM auf die Portfoliotheorie auf. Diese besagt, dass sich das Risiko einer Geldanlage durch Bildung eines Portfolios auf verschiedenen, unterschiedlich schwankenden Wertpapieren reduzieren lässt. Da die einzelnen Wertpapiere oder Fonds nicht gleichauf, sondern unterschiedlich schwanken, gleichen sich die Wertschwankungen teilweise aus, wodurch das Gesamtrisiko des Investmentportfolios reduzieren lässt.

Wenn man nun davon ausgeht, dass eine Vielzahl von risikoscheuen Finanzmarktteilnehmern rational nach der Portfoliotheorie investieren, so postuliert das CAPM ein Marktgleichgewicht. Dies ermöglicht, dass mit dem CAPM die theoretisch zu erwartende Rendite eines beliebigen Wertpapiers oder Investmentfonds abgeleitet werden kann, sofern der risikofreie Zins und das Risiko des Gesamtmarktes bekannt sind.

Grafisch ist das zentrale Ergebnis des CAPM ist die sogenannte Wertpapierkennlinie (Security Market Line, SML). Die Wertpapierkennlinie stellt alle Kombinationen aus einem beliebigen Wertpapier und der Anlage (bzw. Kreditaufnahme) zum risikofreien Zins dar.

Kritische Würdigung des Capital Asset Pricing Model

Das CAPM fußt auf idealtypischen Annahmen, aufgrund welcher sich das Modell einer empirischen Überprüfung entzieht. Insbesondere liegen die Annahmen zu Grunde, dass

  • die Renditen sämtlicher Wertpapiere oder Fonds normalverteilt sind,
  • Anleger risikoscheu sind und
  • Kapitalmärkte vollkommen sind, d. h. alle Marktteilnehmer sind rational und haben die gleichen Präferenzen, perfekter Wettbewerb vorherrscht und keine Transaktionskosten existieren.

Diese Annahmen sind in der Realität nicht haltbar. Dennoch hat das Capital Asset Pricing Model einen hohen Erklärungsgehalt – es besagt, dass der faire Preis eines Vermögenswertes vom Risiko dieses Vermögenswertes abhängt – im Gegensatz zu bisherigen Modellen, die sich auf einen Gleichgewichtspreis im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage fokussierten. Moderne Kapitalmarktmodelle wie das Drei-Faktor-Modell von Fama und French oder das Vier-Faktor-Modell von Carhart sind letztlich Weiterentwicklungen des CAPM.

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Value at Risk (VaR)

Value at Risk (VaR, wörtlich: „gefährdeter Wert“) ist ein Risikomaß, das angibt, welchen Verlust ein Portfolio oder Investmentfonds in einem definierten Zeitraum mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit (dem Konfidenzintervall) nicht überschreitet. Value at Risk (VaR) – oder auch der „Wert im Risiko“ – ist also eine Kennzahl, die das Maß des Risikos in einem Wertpapierportfolio oder eines Investmentfonds beschreibt.

Beispielsweise bedeutet ein VaR auf Tagesbasis in Höhe von 12 Prozent im 99-prozentigen Konfidenzintervall, dass der potenzielle Verlust von einem Tag auf den nächsten mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit maximal bei 12 Prozent liegt.

Das Risikomaß Value at Risk wurde von der nordamerikanischen Großbank J. P. Morgan entwickelt. Deren damaliger CEO Sir Dennis Weatherstone war es Leid, Berichte mit einer Vielzahl verschiedener Risikomaße zu erhalten, welche sich dadurch kaum vergleichen ließen. Unter dem Dach der RiskMetrics™ – Methode stellte J. P. Morgan 1992 den Value at Risk vor und machte die Methode allen Marktteilnehmern zugänglich.

Anwendung des Value at Risk bei Fonds

Kennzahlen wie der VaR werden insbesondere von Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften verwendet. Beispielsweise nutzen Banken den VaR in Verbindung mit anderen Risikomaßen, um die notwendige Eigenkapitalunterlegung für Kredite festzulegen. Der Value at Risk Ansatz kann eine wichtige Basis für ein wirksames Risikomanagement bei Investmentfonds für den Fondsmanager sein. Für jeden Investmentfonds kann das Value at Risk (VaR) ermittelt werden, die dem Anleger zeigen soll, wie riskant das betrachtete Papier ist. Diese und weitere Kennzahlen finden Sie auf dem jeweiligen Datenblatt eines Fonds. Die Kennzahl VaR soll den größtmöglichen Verlust, den ein Anleger mit dem betrachteten Fonds unter bestimmten Vorraussetzungen erzielen kann anschaulich machen.

Grenzen der Aussagekraft:

Der VaR gibt an, welche Verlustschwelle eine Position mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschreitet. Doch damit kann keine Aussage über die Höhe des potenziellen Verlustes getroffen werden. Deshalb ist dieses Risikomaß anfällig gegenüber „schwarzen Schwänen“ (nach Nassim Nicholas Taleb). Dabei handelt es sich um seltene Ereignisse am Rande der Wahrscheinlichkeitsverteilung mit katastrophischen Konsequenzen. Ein Beispiel für ein solches Ereignis könnte ein extremes Wetterereignis sein. Deshalb wird der Value at Risk auch als „Schönwetter-Risikomaß“ bezeichnet.

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Wesentliche Anlegerinformationen

Die „Wesentlichen Anlegerinformationen“ oder auch Key Information Document (KID) sind ein gesetzlich vorgeschriebenes Produktinformationsblatt, welches jeder innerhalb der Europäischen Union zugelassene Investmentfonds bereitstellen muss. Insbesondere werden die Art der Geldanlage und die mit ihr verbundenen Risiken beschrieben. Dadurch können Privatanleger sich schnell einen Überblick verschaffen und auch verschiedene Fonds objektiv vergleichen.

Inhalt des Key Information Document (KID) bei Investmentfonds

Folgende Elemente müssen nach § 166 KAGB aufgeführt werden:

  • Die Identität des Anbieters des Fonds.
  • Das Ziel der Anlage und die Anlagepolitik des Investmentfonds.
  • Das Risiko- und Ertragsprofil. Dieses wird über den synthetischen Risiko- und Ertragsindikator abgebildet, einer Kennzahl mit Werten von eins bis sieben. Dabei steht der Wert eins für ein geringes Risiko und eine geringe zu erwartende Rendite und der Wert sieben für ein hohes Risiko und eine hohe erwartete Rendite.
  • Die Kosten der Anlage. Bei Investmentfonds sind das der Ausgabeaufschlag und der Rücknahmeabschlag, sowie laufende Kosten wie die Verwaltungsvergütung und eventuelle Performancegebühren.
  • Die Darstellung der historischen Wertentwicklung erfolgt in einem Balkendiagramm und zeigt die jährliche Entwicklung der letzten zehn Jahre, sofern der Fonds schon so lange auf dem Markt ist. Bei strukturierten Fonds werden verschiedene Wertentwicklungs-Szenarien dargestellt.
  • Die praktischen Informationen geben Auskunft über die Verwahrstelle, Bezugsmöglichkeiten sämtlicher Unterlagen, den Anbieter, die Vergütungspolitik und die Aufsichtsbehörde.

Fonds gehören zu den verpackten Anlageprodukten

Investmentfonds gehören zu den sogennanten verpackten Anlageprodukten (PRRIDs – packaged Retail and Insurance-based Investment Products). All diesen Produkten ist gemein, dass sie Kleinanleger ansprechen, risikobehaftet sind und die Kundengelder nur indirekt in den Kapitalmarkt investieren.

Um Kleinanleger zu schützen und bessere Vergleichsmöglichkeiten zu schaffen, ist das KID seit dem 31.12.2016 vorgeschrieben. Zudem soll es dazu beitragen, das Vertrauen in Kapitalmärkte – insbesondere nach Verlusten in der Finanzkrise 2009 – wieder zu stärken.

Das Key Information Document darf maximal zwei, bei strukturierten Produkten (die Finanzderivate beinhalten) drei Seiten umfassen. Der Anbieter muss das KID dem Kunden vor Vertragsschluss zugänglich machen.

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