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Lexikon Investmentfonds - Seite 17

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Thesaurierung

Die Thesaurierung ist unter anderem eine Art der Ertragsverwendung bei Investmentfonds. Im Gegensatz zu ausschüttenden Investmentfonds schütten thesaurierende Fonds ihre erwirtschafteten Gewinne nicht aus, sondern legen diese automatisch wieder an. Damit steigt das Anlagekapital der Investmentgesellschaft, man spricht daher auch von akkumulierenden Fonds. Die depotführende Bank informiert Anleger hierüber unter dem Stichwort „Ertragsverwendung“. Bei Investmentfonds die thesaurieren verbleiben die im Veranlagungszeitraum erwirtschafteten Erträge dauerhaft im Fondsvermögen.  Die Erträge erhöhen so permanent den Anteilwert eines Fonds. Eine Ausschüttung oder Barausschüttung  der Erträge an den Investor findet nicht statt. Die Anzahl der Anteile des Fonds im Depot bleibt gleich, jedoch haben die einzelnen Anteile nach der Thesaurierung einen höheren Eigenwert.

Ertragsverwendung bei Fonds

Generell können Anleger die Ertragsverwendung eines Fonds dem Fondsprospekt entnehmen. Häufig werden die Abkürzungen „dis“ und „acc“ verwendet:

  • dis – distribution, zu deutsch Ausschüttung. Häufig findet man auch die Abkürzungen Mdis, Qdis, Ydis.  Dahinter verbirgt sich die  monatliche, quartalsweise, oder jährliche Ausschüttung.
  • acc – accumulation, zu deutsch Akkumulation (Anhäufung, Ansammlung)

Die Ertragsverwendung ist ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Auswahl von Investmentfonds. Die Thesaurierung bei Fonds kommt für Anleger in Frage, die Vermögen aufbauen wollen und nicht auf laufende Erträge oder Dividenden angewiesen sind. Fondsanleger die regelmäßig Zahlungen auf Ihrem Konto sehen wollen, sollten sich eher für einen ausschüttenden Fonds entscheiden.

Begriff der Thesaurierung im Allgemeinen

Thesaurierung bedeutet, dass eine Organisation die erwirtschafteten Erträge wieder anlegt (reinvestiert) und nicht als Dividende ausschüttet. Der Begriff entspringt dem griechischen thesauros, zu deutsch Schatzhaus. Steuerrechtlich ist die Einbehaltung von Unternehmensgewinnen seit 2008 begünstigt mit dem Unternehmenssteuer­reformgesetz (UntStRefG).

Vergleich der Thesaurierung mit der Wiederanlage

Nicht zu verwechseln ist die Thesaurierung mit der Wiederanlage bei Investmentfonds. Bei einer Wiederanlage werden die Erträge ausgeschüttet und dann in weitere Anteile desselben Fonds wieder angelegt. Die Fondsgesellschaft reicht den Vermögenszuwachs durch die Wiederanlage zusätzlicher Fondsanteile an die Anleger weiter. Der Kurs des Anteils wird durch die Ausschüttung der Erträge verringert.

Thesaurierung und Wiederanlage unterscheiden sich in steuerlichen Aspekten, jedoch nicht in der der Renditeleistung. Aus ökonomischer Sicht steigt sowohl bei thesaurierenden Fonds als auch bei der Wiederanlage der Wert des einzelnen Fondsanteils um den thesaurierten Betrag.

Wann wird die Abgeltungssteuer fällig?

Für Anleger thesaurierender sowie ausschüttender Fonds gilt, dass laufende Erträge unter die Abgeltungssteuer fallen. Die spannendere Frage ist eher, wann der Investmentfonds die Erträge als erwirtschaftet verbucht. Hierdurch gibt es   verschiedene Berechnungszeitpunkte, an denen die Abgeltungssteuer fällig wird.

Bei einem ausschüttenden Investmentfonds erzielt der Investor sein steuerpflichtiges Einkommen am Tag der Ausschüttungsauszahlung. Die Abgeltungssteuer wird von der depotführenden Stelle des Fonds direkt einbehalten. Bei der Thesaurierung eines Investmentfonds gelten erwirtschaftete Gewinne erst am Ende des Veranlagungszeitraums als steuerlich zugeflossen. Die Finanzbehörde spricht von „ausschüttungsgleichen Erträgen“.

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Forward-Pricing

Forward-Pricing (geplante Preisfestsetzung) ist eine Praxis von Investmentfonds, die eine Ausnutzung von Preisunterschieden an unterschiedlichen Handelsplätzen verhindert. Anleger bestellen Anteile von Investmentfonds quasi im Voraus. Durch das Forward-Pricing (spätere Abrechnen des Auftrages) stellen die Kapitalverwaltungs­gesellschaften sicher, dass alle Anleger dieselben Voraussetzungen für den Auftrag haben. So bringen Informationsvorsprünge einzelner Anleger keine Vorteile.

Gängige Praxis ist es, Kundenaufträge geschäftstäglich zu bündeln. Nach dem Annahmeschluss (der Cut-off-Zeit) werden die Aufträge meist einen oder zwei Geschäftstage später ausgeführt.

Dadurch stellt die Kapitalanlagegesellschaft sicher, dass Anteile von Investmentfonds nicht zu Spekulationszwecken gehandelt werden. Andernfalls könnten Spekulanten zum Beispiel Fondsanteile an der deutschen Börse kaufen und diese außerhalb der deutschen Börsenhandelszeiten in den USA verkaufen, um so Profite zu erzielen.

Forward-Pricing beim Handel von Investmentfonds über FondsClever.de

Bei unserer depotführenden Partnerbank ebase finden Sie die Angabe zum Forward-Pricing im Datenblatt des jeweiligen Fonds. Beispielsweise in der Form t+1. Dies bedeutet, dass der abzurechnende Schlusstagskurs des Investmentfonds einen Tag nach dem Auftrag herangezogen wird, sofern der Auftrag nach dem Annahmeschluss eingegangen ist.

Anwendung in der Praxis

Die Angaben zum Forward-Pricing geben Auskunft darüber, wie viele Tage im Voraus der betreffende Fonds bei der zuständigen Fondsgesellschaft für An- und Verkauf „bestellt“ werden muss. Es hat also Auswirkungen auf den abzurechnenden Schlusstagskurs.

Beispiel:

t+3 = Bestellung des Fonds 3 Tage im Voraus

Das Forward-Pricing wird in der Regel bei internationalen Aktienfonds, Dachfonds und Mischfonds mit Drittfonds oder Fonds, die im nicht Europäischen Ausland investieren, angewendet.

Voraussetzung für die Einhaltung der vorgenannten Angaben zur Bestellung ist, dass der Auftrag vor der Cut-off-Zeit des Fonds eingegangen ist! Für die Berechnung der Tage zählen ausschließlich Bankarbeitstage. Ebenfalls finden eventuelle nationale bzw. internationale Feiertage (je nach Fonds) Berücksichtigung.

Weiterführende Informationen zu Investmentfonds finden Sie auf FondsClever.de. Ihnen stehen bei FondsClever.de über 6.000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag zur Auswahl! Über 5.500 Fonds können Sie auch als Fondssparplan anlegen.

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All-In-Fee

Die All-In-Fee gibt sämtliche Gebühren einer Geldanlage in Investmentfonds prozentual an, mit Ausnahme des Ausgabeaufschlags. Insbesondere die Depotbankvergütung und die Verwaltungsvergütung sind in der All-In-Fee eingeschlossen. Ferner beinhaltet diese Fee (=Gebühr) Transaktionskosten, eventuelle Performancegebühren, sowie Kosten für Fondsprospekte und Fondsberichte. Auch die Kosten der Rechenschaftsberichte sowie die Preispublikation von Investmentfonds fließen in die Gebührenbetrachtung mit ein. Lediglich die im Innland anfallenden Gebühren und Nebenkosten für den An- und Verkauf der Assets für in der Schweiz ansässige Fonds bleiben unberücksichtigt. Auch bei Luxemburger Fonds sind die durch Drittbanken und Händler verursachten Courtagen, Gebühren, Abgaben und Steuern ausgeschlossen. Darüber hinaus sind die Stempelabgaben und ausländische Nebenkosten für den An- und Verkauf der Anlagen ausgenommen.

Vergleich von Investmentfonds anhand der All-In-Fee beim Fondsvermittler

Damit kommt die All-In-Fee einer gängigen Kritik an der Total Expense Ratio (TER) entgegen, die keine Transaktionskosten (Kaufs- und Verkaufsgebühren) und auch keine Performancegebühr berücksichtigt. Anhand der All-In-Fee können Anleger Investmentfonds folglich deutlich besser vergleichen. Denn bei Fondsvermittlern wie FondsClever.de, die eine vollständige Rabattierung des Ausgabeaufschlags anbieten, ist ein guter Vergleich möglich. Auch das Depotführungsentgelt wird bei einem Fondsvermittler wie FondsClever.de ab einem Depotvolumen von 25.000,- Euro erstattet. Somit ist ein Vergleich der Gebühren von Investmentfonds deutlich einfacher und übersichtlicher.

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Aktionär

Ein Aktionär ist der Inhaber von Aktien einer Aktiengesellschaft (AG), einer Societas Europaea (SE) oder einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Über den Besitz seiner Aktien ist Anteilseigner damit direkt am Vermögen des jeweiligen Unternehmens beteiligt. Seine Beteiligung an dem Unternehmen endet in der Regel mit dem Verkauf seiner Aktien über die Börse. Ein Shareholder kann sowohl eine natürliche als auch eine juristische Person sein.

Rechte und Pflichten als Aktionär

Die Rechte und Pflichten des Aktionärs sind im Aktiengesetzt geregelt (AktG), ergeben sich aber auch aus den Satzungen der jeweiligen Aktiengesellschaft. Die wichtigsten Rechte des Aktionärs sind:

  • Anspruch auf einen Anteil am Reingewinn des Unternehmens in Form einer Dividende, falls die Hauptversammlung eine Gewinnausschüttung beschließt,  sowie auf den Liquidationserlös im Falle einer Auflösung des Unternehmens.
  • Teilnahme-, Stimm- und Auskunftsrecht auf der Hauptversammlung.
  • Bezugsrecht im Falle der Ausgabe neuer Aktien oder einer Bezugsrechtemission.

Mit dem Erwerb von Anteilsscheinen an einem Unternehmen verpflichtet sich der Aktionär zu einer Zahlung in Höhe des Nennwerts der erworbenen Aktie(n).  Weiterhin besitzt der Aktionär auch eine Treuepflicht gegenüber seinem Unternehmen. Dieses hält den Anteilhaber dazu an, die Interessen des Unternehmens sowie der anderen Aktionäre zu wahren und nicht wohlwissend zugunsten des eignen Profits gegen die Interessen des Unternehmens zu handeln.

Aktionär ist nicht gleich Aktionär

Nach dem Aktiengesetz ist jeder Anteilseigner eines Unternehmens gleichzubehandeln. Sie lassen sich aber durch die Höhe ihres Anteils am Grundbesitz sowie ihrer Kaufabsicht unterscheiden.

  • Der Hauptaktionär bezeichnet den Aktionär, der den größten Anteil aller ausstehender Aktien eines Unternehmens besitzt
  • Der Großaktionär kann aufgrund der Größe seines Aktienanteils einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf die Politik des Unternehmens ausüben
  • Kleinaktionäre halten lediglich einen relativ geringen Anteil am Unternehmen und haben daher kaum die Möglichkeit Einfluss auf das Unternehmen zu nehmen
  • Ein Belegschaftsaktionär ist ein Arbeitnehmer, der Aktien des Unternehmens besitzt in dem er beschäftigt ist
  • Ankeraktionäre bezeichnen Anleger, die beabsichtigen ihre Aktien langfristig zu halten

 

Schlagwörter:

Aktie, Aktienfonds, Aktienindex

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