Robo-Advisor – günstige automatisierte Vermögensverwaltung

Robo-AdvisorRobo-Advisor sollen die Finanzberatung automatisieren und dadurch die Kosten senken. Der Begriff setzt sich aus engl. Robot (Roboter) und Advisor (Berater) zusammen. Der Roboter soll frei von Emotionen die optimalen Anlageentscheidungen für den Kunden treffen und dadurch den klassischen Finanzberater ersetzen. Viele Robo-Advisor stellen sich sogar als günstige automatisierte Vermögensverwaltung dar.

In dem noch recht jungen Markt stehen sich Startups aus der Finanzbranche („Fintechs“) und Großbanken gegenüber. Gemein ist diesen, dass der Beratungsprozess automatisiert abläuft, um Kosten zu sparen: Konkret beantwortet der Kunde Fragen zu seiner Risikoneigung, seinen bisheriger Erfahrungen mit Geldanlagen und zu den Zielen seiner Anlage. Anhand der Ergebnisse ermittelt der Roboter eine optimale Anlage, die den Zielen und der Risikoneigung des Anlegers entspricht.

Selbige Anlage besteht meist aus einem Portfolio aus Investmentfonds, ETFs, passiv gemanagten Indexfonds. Einige Robo-Advisor können auch einzelne Wertpapiere oder Aktien ins Portfolio mischen. Ziel ist es, Marktchancen zu nutzen und Risiken zu minimieren. Je nach Risikopräferenz des Anlegers schlägt der Robo-Advisor unterschiedliche Portfolios vor.

Aktive Vermögensverwalter oder passive Tipp-Geber

Sogenannte Full-Service-Robos bieten eine aktive Vermögensverwaltung. Eine Dienstleistung, welche früher ausschließlich gut betuchten Privatkunden vorbehalten war, ist damit auch für normale Anleger verfügbar.

Der Robo-Advisor schichtet das Vermögen automatisch um, sobald sich das Marktgeschehen ändert oder definierte Schwellenwerte überschritten werden. Solche Finanzportfolioverwalter unterliegen besonderen Pflichten und benötigen nach § 32 Kreditwesengesetz die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Zu diesen gehört beispielsweise das fintego-Managed-Depot.

Neben dem Full-Service-Robo gibt es auch passive Robo-Advisor, die dem Anleger Vorschläge unterbreiten. Hierbei unterscheidet die Stiftung Warentest – Finanztest:

  • Half-Service-Robos, welche bei der Ermittlung des Risikoprofils und der Anlageentscheidung unterstützen. Anders als bei Full-Service-Robos unterbreiten sie bei geänderten Marktbedingungen zwar Vorschläge, der Kunde muss selbst entscheiden, ob er diese umsetzt oder nicht.
  • Self-Service-Robos, welche dem Anleger ausschließlich Tipps geben, wie er seine Anlage optimal gestalten kann. Der Anleger trifft dabei sämtliche Entscheidungen selbst, insbesondere auch die Risikoeinschätzung.

Diese passiven Robo-Advisor operieren meist nach § 34f der Gewerbeordnung. Damit treten sie rechtlich gesehen als reine Vermittler auf, die keine Portfolioumschichtungen durchführen dürfen. Zudem übernehmen sie keine Haftung für die unterbreiteten Anlagevorschläge.

Sicherheit der Anlagen

Die meisten Anbieter sind noch sehr jung und damit stellt sich die Frage nach der Sicherheit des verwalteten Kapitals. Da die Robo-Advisor in Investmentfonds anlegen, sind Kunden im Falle einer Insolvenz geschützt: Das Kapital wird bei einer depotführenden Bank verwahrt und ist somit vollständig abgekoppelt. Bei Banken mit Sitz in der EU gilt die Einlagensicherung bis 100.000 € je Sparer und Bank.

Kritik am Robo-Advisor

Kritiker führen an, dass sich die noch recht jungen Anbieter noch keine größere Krise überstanden haben. Die Anbieter zeigen meist anhand von Diagrammen, welche Rendite Anleger erwarten können. Die Daten basieren jedoch auf Werten der Vergangenheit und bieten somit keine Garantie für eine künftige Wertentwicklung. Auch im Falle der Robo-Advisor ist eine Geldanlage eine Abwägung aus Rendite und Risiko.

Für wen eignen sich Robo-Advisor?

Robo-Advisor eignen sich gut für erfahrene Anleger, die sich umfassend mit dem Thema Geldanlage beschäftigt haben. Wer möchte, bekommt von Full-Service-Anbietern eine aktive Vermögensverwaltung auf Basis Ihrer angestrebten Renditechancen und der akzeptierten Risiken. Auf unserer Hauptseite finden Sie weiterführende Informationen zu Chancen und Risiken.

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