Leitzinserhöhung – Auswirkung auf Rentenfonds?

Leitzinserhöhung – Auswirkung auf Rentenfonds?Zum ersten Mal seit rund einem Jahrzehnt hat die amerikanische Federal Reserve (Fed) im Dezember des vergangenen Jahres wieder ihre Leitzinsen erhöht. Für viele Experten war dieser Schritt bereits längst überfällig. Seit Beginn der globalen Finanzkrise im Jahr 2007 senkten die Notenbanken weltweit ihre Leitzinsen radikal gegen null, um die Kreditvergabe und die Konjunktur wieder anzukurbeln. Die Botschaft an die Märkte ist unmissverständlich: Die Fed erklärt die Finanzkrise endgültig für beendet! Viele Anleger stellen sich nun die Frage: Welche Auswirkung hat die Zins-Erhöhung auf meine Rentenfonds? Rentenpapiere bergen vorallem zwei Risiken: das Kurs- und das Reinvestitionsrisiko. In der Vergangenheit gingen steigende Leitzinsen Hand in Hand mit sinkenden Kursen am Markt gehandelter Rentenpapieren. Bei neu aufgelegten Rentenpapieren stiegen die Koupons (Zinszahlung einer Anleihe) entsprechend. Sinkende Kurse bei Anleihen führen zu Kursverlusten bei Rentenfonds. Diese Kursreaktion lässt sich ganz einfach erklären. Angenommen Sie erhalten auf Ihren Rentenfonds eine jährliche Kouponzahlung von 3%, der Leitzins befindet sich währenddessen bei 0%. Je höher die Zinsdifferenz zwischen Koupon und Leitzins ist, desto attraktiver ist das Rentenpapier für Investoren. Die Höhe der Verzinsung auf Kassakonten (Spar- und Tagesgeldkonten) hängt stark vom Leitzins ab und ist – wie gegenwärtig zu beobachten – sehr gering. Rentenpapiere mit höherer Verzinsung sind somit für Investoren sehr attraktiv, was die Nachfrage und infolgedessen den Kurs der Anleihe steigen lässt. Der Kursanstieg der Anleihen war in den vergangenen Jahren auch für die Kursgewinne bei Rentenfonds verantwortlich. Verkleinert sich nun die Differenz zwischen Koupon und Leitzins, büßen Rentenpapiere dadurch etwas an Attraktivität ein. Dies kann, durch eine geringere Nachfrage nach Anleihen bedingt, ebenfalls Kursverluste bei Rentenfonds zur Folge haben.

Veränderte Ausgangslage für Rentenfonds

Heutzutage sehen wir uns allerdings anderen Rahmenbedingungen gegenüber als in der Vergangenheit. Das „Problem“ für viele – insbesondere institutionelle – Investoren stellen hierbei die niedrigen Zinsen auf Kassakonten dar. Um die garantierte Mindestverzinsung der Pensionskassen oder Lebensversicherer gewährleisten zu können, sind diese dazu gezwungen ihre Mittel direkt in Aktien und Anleihen oder entsprechende Investmentfonds zu investieren.

Aufgrund der fehlenden Anlagealternativen ist zumindest mit keinem allzu großen Abzug der Mittel aus Anleihen und dadurch auch keinen größeren Kursverlusten bei Rentenfonds zu rechnen. Um sich gegen das Zinsrisiko abzusichern können Anleger darauf achten, vorwiegend in Rentenfonds zu investieren, die ihre Mittel in kurzlaufende Titel anlegen. Denn je kürzer die (Rest-)Laufzeit der Anleihen innerhalb des Rentenfonds sind, desto geringer ist auch das Zinsrisiko. Die Auswirkungen von Leitzinsveränderungen auf Anleihekurse sind dann nicht mehr so groß.

Ausblick für die Entwicklung von Rentenfonds

Wie sich die Leitzinsen in den USA in den kommenden Monaten weiter entwicklen ist unklar. Die Fed hatte ursprünglich vier Zinserhöhungen für das Jahr 2016 angekündigt. Von der für März vorgesehenen nächsten Erhöhung hat sie – in Hinblick auf die derzeitigen Turbulenzen an den Aktienmärkten – jedoch bereits wieder etwas Abstand genommen. Viele Experten zweifeln bereits daran, dass wir im Jahr 2016 überhaupt noch eine weitere Anhebung des Leitzinsniveaus zu sehen bekommen. Die Meinungen hierzu sind allerdings geteilt. In Europa deutet aktuell nichts auf eine Erhöhung des Leitzinsniveaus hin. Die Wirtschaft im Euroraum soll durch Liquidität weiter angekurbelt bzw. unterstützt werden. Zudem ist die Angst vor möglichen deflationären Tendenzen in der Eurozone weiterhin präsent. Auf Basis der neuesten Zahlen zur erwarteten Inflation sehen sich die Notenbänker in dieser Angst bestätigt. Für weiterere Kursanstiege bei Rentenfonds spricht außerdem die Tatsache, dass dem Aufkauf von europäischen Staatsanleihen durch die EZB immer noch kein Riegel vorgeschoben wurde.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die Leitzinserhöhung in den USA keinesfalls als Startschuss zum Verkauf Ihrer Rentenfonds gesehen werden sollte/muss. Die Unsicherheiten an den globalen Finanzmärkten sind nach wie vor hoch und Anleihen werden weiterhin als „sicherer“ Hafen angesehen. Die Entwicklung der Anleihekurse seit der Leitzinserhöhung im Dezember zeigt keinerlei Anzeichen für einen Run aus Anleihen. Im Gegenteil, der Kurs des Euro-Bund-Future (ein standardisierter Terminkontrakt auf vom Staat ausgegebene Bundesanleihen) ist seit Dezember vergangenen Jahres um mehr als 5% angestiegen.

Bei FondsClever.de erhalten Sie Rentenfonds mit 100% Sofortrabatt auf den Ausgabeaufschlag!

Rentenfonds

Tipp:

finden Sie eine breite Auswahl an Investmentfonds!

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.