Künstliche Intelligenz Fonds im Anlegertrend

Einer der ältesten Künstliche Intelligenz Fonds ist der DWS Artificial Intelligence ND, der vor knapp 40 Jahren als Technologiefonds startete und sich inzwischen ganz auf die digitale Zukunftstechnologie spezialisiert hat

Künstliche Intelligenz (KI) oder auch Artifizielle Intelligenz (AI) – abgeleitet vom Englischen „artificial intelligence“ – wurde noch vor einigen Jahren verbreitet als freakiges Experimentierfeld von einigen IT-Nerds betrachtet. Aber sie ist längst aus den vermeintlichen Kinderschuhen herausgewachsen. Denn die Technologie hat inzwischen in zahlreiche Bereiche unseres Alltags Einzug gehalten. Heute gilt sie in der Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, national sowie international, als eine der entscheidenden Zukunftstechnologien mit einem enormen Innovations- und Wachstumspotential. Und damit rückt sie selbstverständlich auch bei Kapitalanlegern und Fondsmanagern immer stärker in den Fokus. Ihr Blick richtet sich sowohl auf die IT-Entwickler von künstlicher Intelligenz als auch auf Unternehmen, die sie anwenden oder auf anderen Wegen von ihr profitieren.

Das weite Feld der künstlichen Intelligenz

Die künstliche Intelligenz ist kein eindeutig umrissenes Spezialgebiet einer einzelnen Wissenschaftsdisziplin. An ihrer Entwicklung beteiligen sich unter anderem Informatiker, Mathematiker, Neurologen, Linguisten, Psychologen, technische Ingenieure und Philosophen. In erster Linie befasst sich die künstliche Intelligenz damit, menschliche Denk-, Lern- und Entscheidungsstrukturen in Computerprogramme zu implementieren. Die Algorithmen sind dabei so programmiert, dass die Maschinen, Roboter oder Computer sich durch kontinuierliches „Training“ im Hinblick auf Präzision und Geschwindigkeit stetig verbessern, also „lernen“.

Sowohl in der Forschung als auch in der Anwendung wird zwischen der sogenannten „schwachen“ und „starken“ künstliche Intelligenz unterschieden. Die starke künstliche Intelligenz ist noch eine Zukunftsvision. Sie wäre in der Lage, Erkenntnisse aus einem auf einen anderen Bereich zu übertragen und eigenständige Schlussfolgerungen zu ziehen. Selbst denkende, sich wie Menschen verhaltende Computer, Superroboter und Androiden, wie man sie aus Science-Fiction-Filmen kennt, sind jedoch noch in ziemlich weiter Ferne.

Demgegenüber steht die schwache künstliche Intelligenz, mit der wir bereits alltäglich in Berührung kommen. Sie ermöglicht die schnelle Analyse von sehr großen Datenmengen, Berechnung von Wahrscheinlichkeiten sowie Erkennung von komplexen Mustern. Auf schwacher KI basieren heute schon Antivirensoftware, die Programme zum Aussortieren von Spam-Mails, die Gesichtserkennungssoftware bei der Videoüberwachung, die Wahrscheinlichkeitsberechnungen für die Gefahrentarife in der Versicherungswirtschaft, etliche Computerspiele und viele weitere digitale Anwendungen.

Künstliche Intelligenz bei Investments

Auch im Finanzsektor gewinnt die künstliche Intelligenz zunehmend an Bedeutung. So berechnen KI-Algorithmen beispielsweise im Kreditwesen die Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers. Oder sie ermitteln die Wahrscheinlichkeit von steigenden oder sinkenden Aktienkursen und Performance-Chancen. Einige Investmentfondsgesellschaften nutzen die künstliche Intelligenz, um Muster in Finanzmarktdaten zu identifizieren und Stimmungen in der Wirtschaft sowie an der Börse zu erfassen (Sentiment-Analyse). Andere lassen die KI-Algorithmen täglich mehrere Millionen Datensätze durchforsten, um mögliche „blinde Flecken“ in der Marktentwicklung aufzuspüren. Denn aufgrund der Menge von Einzeltiteln können Fondsmanager selbstverständlich nicht alle Aktiengesellschaften weltweit auf dem Schirm haben. Und schon gar nicht in Echtzeit! Bei einem von KI gesteuerten Fonds soll mit Hilfe der computergestützten Analyse und Trading-Strategie solcherart Lücken in der Wahrnehmung geschlossen werden, um so ein größeres Anlageuniversum zu erschließen und die Rendite zu verbessern.

Künstliche Intelligenz Fonds nehmen zu

Aber die KI kommt bei Investmentfonds nicht nur als Analyseinstrument zum Einsatz. Auch bei der inhaltlichen Ausrichtung von Fonds zeichnet sich das Investment in künstliche Intelligenz als Megatrend ab. Technologiefonds investieren zunehmend in Unternehmen, die KI-Anwendungen anbieten oder profitabel einsetzen. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat der Digitalisierungsentwicklung weiter Vorschub geleistet. In den Prognosen ist man sich auf dem Börsenparkett weitgehend einig: die künstliche Intelligenz als die bahnbrechende und disruptive Fortschrittstechnologie wird in den nächsten Jahren viele Marktteilnehmer verdrängen und anderen ein enormes Wachstum bescheren. Viele Themenfonds im High-Tech-Bereich tragen dem Rechnung und gewichten ihr Portfolio entsprechend neu. Und einige Investmentfonds spezialisieren sich thematisch ganz auf die KI, um am Wertschöpfungspotenzial der Zukunftstechnologie zu partizipieren. Zu diesen „Künstliche Intelligenz Fonds“ zählt beispielsweise der DWS Artificial Intelligence ND.

DWS Artificial Intelligence ND

Der Technologiefonds der DWS Group wurde bereits im Oktober 1983 aufgelegt, damals noch unter dem Fondsnamen „DWS-Technologiefonds“. Im Februar 2010 wurde er in „DWS Technology Typ O“ umbenannt. Heute heißt er „DWS Artificial Intelligence ND“ (WKN: 84741; ISIN: DE0008474149) und verfügt über ein Fondsvolumen von rund 416 Millionen Euro (Stand 30.04.3021).

Mit ihrem KI Fonds hat sich die Fondsgesellschaft noch stärker auf das thematische Investieren ausgerichtet. Investiert wird weltweit in Unternehmen der verschiedensten Branchen, die auf die eine oder andere Weise von artifizieller Intelligenz profitieren. Ziel der DWS-Anlagepolitik ist die Erwirtschaftung eines langfristigen Wertzuwachses. Dafür investiert der DWS Artificial Intelligence Fonds mindestens 85 Prozent seines Vermögens in Anteile des Masterfonds „DWS Invest Artificial Intelligence MFC“. Dieser konzentriert sich ebenfalls auf Aktien internationaler Markteilnehmer, deren aktuelle Geschäftstätigkeit mit künstlicher Intelligenz in einem Zusammenhang steht.

Risikominimierung bei KI Fonds

Dass Kapitalanleger natürlich gern auf den vielversprechenden Zug des KI-Fortschritts aufspringen möchten, liegt auf der Hand. Allerdings unterliegt die Erfolgsserie der neuen Technologie keinem Automatismus ohne Risiko. Vielversprechende Ansätze und Projekte können dennoch scheitern. Unternehmen und Startups, die mit spannenden Ideen aus dem Boden schießen, können ebenso schnell wieder verschwinden. Der Kauf von einzelnen KI Aktien bleibt daher trotz der insgesamt unaufhaltsamen Entwicklung der Digitalisierung risikobehaftet. Künstliche Intelligenz Fonds mit breit aufgestellten Portfolios sind da die sicherere Alternative, um mittel- und langfristig vom Wachstum der KI-Unternehmen im In- und Ausland zu profitieren.

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