Die individuelle Ex-Post Kosteninformation

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Ex-post Kosteninformation – was ist das? Wertpapierdienstleistungsunternehmen sind gemäß der zweiten europäischen Finanzmarktrichtlinie (MiFID II) dazu verpflichtet, dem Kunden eine sogenannte Ex-post Kosteninformation jährlich zur Verfügung zu stellen. Die Ex-post Kosteninformation beinhaltet alle Kosten und Nebenkosten sowie Zuwendungen, die im Rahmen der Wertpapierdienstleistung und dem jeweiligen Finanzinstrument tatsächlich angefallen sind. Der Kunde erhält einen prozentualen sowie einen Cent-genauen Kostennachweis.

Kosten im Rahmen der Anlage in Investmentfonds wurden bereits vor der Umsetzung von MiFID II ausgewiesen, jedoch nicht so sehr im Detail. Meist waren die Kosten der Investmentfonds in verschiedenen Dokumenten enthalten, sodass sich der Kunde diese selbst zusammen suchen musste, wie z. B. in den wesentlichen Anlegerinformationen. Mit der Ausstellung der Ex-post Kosteninformation soll dem Kunden nun eine Übersicht an die Hand gegeben werden, mit der er transparent alle Kosten sofort erkennt sowie diese besser vergleichen kann.

Unzureichende Vergleichbarkeit der Ex-post Kosteninformation

Mit Erhalt der Ex-post Kosteninformation sehen die Kunden, welche Kosten bei der Anlage in Investmentfonds entstehen. Die Vergleichbarkeit ist jedoch nur bedingt gegeben. Denn der Kostenausweis kann je nach Institut anders dargestellt werden. Es gibt keine einheitlichen Standards, die den Instituten vorgegeben werden, damit für den Kunden eine Vergleichbarkeit möglich ist.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass manche Institute die Kostenausweise mit unvollständigen Daten erstellen. So hat beispielsweise die ebase bis Anfang Oktober 2019 keine Ex-post Kosteninformation erstellt. Grund hierfür sind unvollständige Produktkosten der Fondsgesellschaften. Andere Institute wiederum haben die Kostenausweise bereits erstellt, teilweise auch mit nicht aktuellen bzw. unvollständigen Daten.

Herangezogene Daten in den Kosteninformationen

In den Produktkosten sind hauptsächlich die laufenden Kosten, die Transaktionskosten und gegebenenfalls eine erfolgsabhängige Gebühr enthalten. Die Institute rechnen für Fonds aber zwangsläufig mit älteren Daten. Denn zu Jahresbeginn steht in aller Regel noch gar nicht fest, welche Kosten in welchem Umfang tatsächlich angefallen sind. Somit kann es durchaus vorkommen, dass ein Fonds eine Performance Fee ausweist. Im Beobachtungszeitraum hat der Fonds jedoch keine positiven Erträge erzielt. Effektiv wurde gar keine ­Erfolgsgebühr berechnet. Damit eine korrekte Berechnung vorgenommen werden kann, muss der geprüfte Jahresbericht der Fondsgesellschaft veröffentlicht worden sein. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erlaubt daher den Fondsgesellschaften, die jüngsten bestätigten Daten, welche bereits vorliegen, zu verwenden.

Problem ist nun folgendes: Läuft das Geschäftsjahr eines Fonds von Januar bis Dezember, so werden für die Ex-post Kosteninformation 2018 die Daten aus dem Kalenderjahr 2017 herangezogen. Die zur Berechnung des Kostenausweises herangezogenen Daten sind somit veraltet. Selbst wenn das Geschäftsjahr einer Fondsgesellschaft bspw. von Juli bis Juni reicht, ist der Kostennachweis nicht korrekt. Aus diesem Grund wartet die ebase mit der Erstellung der Ex-post Kosteninformation, bis alle Produktkosten in aktueller Form vorliegen.

Weitere Informationen zur Ex-Post Kosteninformation finden Sie in unseren FondsClever.de News:

News zur Ex-post Kosteninformation

sowie bei der ebase unter:

Erläuterungen der ebase zur Ex-post Kosteninformation

Keine voreiligen Schlüsse ziehen

Kunden sollten nach dem studieren der eigenen individuellen Ex-post Kosteninformation keine voreiligen Schlüsse ziehen. Auch wenn der Kostenausweis auf den ersten Blick teurer erscheint. Denn Kosten sind nur ein Teil der Geldanlage, den man berücksichtigen sollte. Fehlentscheidungen durch Umstrukturierung der eigenen Anlagestrategie könnten die Performance des eigenen Depots nachhaltig negativ beeinflussen. Hierbei sei angenommen, dass man mit der Anlage in einen Exchange Traded Funds (ETF) laufende Kosten von 0,4 Prozent hat. Ein vergleichbarer aktiv gemanagter Investmentfonds hat laufende Kosten von 1,4 Prozent. In der Ex-post Kosteninformation ist der ETF somit günstiger. Die Ex-post Kosteninformation sagt jedoch nichts darüber aus, wie die tatsächliche Performance eines Fonds im abgelaufenen Jahr war. Hat der aktiv gemanagte Fonds eine bessere Wertentwicklung von mindestens 1,1 Prozent gegenüber dem ETF, wäre der aktiv gemanagte Fonds die bessere Wahl gewesen, trotz der höheren laufenden Kosten.

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Quellen:

www.derassetmanager.de/finanzplaner-kritisieren-ex-post-kostentransparenz/

www.fondsprofessionell.de/news/vertrieb/headline/bvi-expertin-zum-ex-post-kostenausweis-laengst-nicht-transparent-151945/

www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Fachartikel/2018/fa_bj_1807_Kostentransparenz.html

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